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EINLEITUNG

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PHILOSOPHIE

MFT-EinführungI

ÜBERSICHT

MFT

ÜBUNGEN

Verzeichnis

0001
Allgemeines Kapitel

TIMING

EINFÜHRUNG

Sammlung myofunktioneller Übungen

Möglichkeiten des TIMING bei planmässigem Muskeltraining

Zu Beginn wollen wir konstatieren, dass wir in unserem Fach und Bereich keine Maximalleistungen auftrainieren wollen, keine Olympiasieger heranbilden und keine Body-Building-Figuren erzeugen. Unsere Aufgabe besteht darin,  den natürlichen, physiologischen Zustand herzustellen, respektive wieder herzustellen.

Dazu steht uns eine Vielzahl von Übungen zur Verfügung, unter denen die einzelne ganz speziell für jede geforderte Funktion und jeden dazu benötigten (meiner Meinung nach) relevanten Muskel geeignet ist und darüber hinaus dann noch variabel und anpassungsfähig in der individuellen Anwendung. Diese Eigenschaften der Übungen sind im nachfolgenden Text zusammentragen.

Es wird das, wie schon gesagt, eine überarbeitete Ausgabe meines Lehr-/Arbeitsbuches in deutscher Sprache werden, dass nicht wieder aufgelegt werden soll.

--Der im Timing erwähnte Einbau des Eigentrainings der Patienten in den Tagesablauf ist für die meisten myofunktionellen Übungen, speziell für Erwachsene von grosser Bedeutung. Auf dieser Basis können Übungen ohne grösseren psychischen und zeitlichen Aufwand ihre nützliche Wirkung ‚nebenher’ entfalten, wenn sie notwendigen Regelmässigkeit und Ernsthaftigkeit durchgeführt werden

 Nun zurück zu unsere Therapieplanung und dem TIMING. Konstatieren wir, das TIMING im weitesten Sinne 'Zeitablauf' bedeutet. Ich gehe hier davon aus, dass wir drei Möglichkeiten haben, den Zeitablauf in unserer Anwendung der myofunktionellen Übungen  auszulegen.

1. Der Behandlungsablauf, beschrieben unter "Grundregeln eines Ablaufkonzeptes". (0002-actioncourse)

2. Definition der Einzelübung (wie hiernach folgend beschrieben) durch das Betonen der verschiedenen Übungs-'Modi'

3. Definition der Anwendungen, will heissen,

    a.wie häufig setze ich die Sitzungen pro Woche/Monat an?

    b.wie belege ich die einzelnen Sitzungen mit Übungen und mit welchen zu Beginn und im weiteren Verlauf?

    c.wie gestalte ich die Einzelsitzung?

Die oben beschriebenen Eigenarten der Variabilität bedürfen einer näheren Erklärung.

Wir stellen uns irgendeine für irgendeinen speziellen Zweck ausgesuchte myofunktionelle Übung vor und geben folgende Anweisungen:

(wie oben unter Punkt 2, die verschiedenen Übungsmodi (siehe auch 0002e)):

? Muskel anspannen – und halten  >

  eine Halte- oder statische Übung zur Habitualisierung einer bestimmten Haltung; oder

? besonders sanft ausgeführt >

   eine feingetonte, meist ‚heruntergeregelte’ dynamische Halte-Variante um bei hypertoner Muskulatur eine Spannungsverminderung zu erzielen;

? das gleiche als dynamisch-tonussteigernde Halte-Übung mit viel Kraft ausgeführt für eine Kraftzunahme;

? auch als dynamisch, aber in Zeitlupe ausgeführt, um die Muskelaktion zu balancieren und,

? mit geringer Kraft in Zeitlupe ausgeführt, um  den Tonus auf Optimalstärke zu justieren;

? oder, auch, eher dynamisch, in raschen Wechseln ein und aus, um die Motilität zu erhöhen.

Dies wären die grundsätzlichen Möglichkeiten.

Es gibt nun noch eine weitere Variationsmöglichkeit, indem man diese verschiedenen „Modi“ ein und derselben Übung oder aber auch verschiedene Übungen in einer bestimmten Abfolge kombiniert. Diese Kombinationsmethodik im Trainingsaufbau wollen wir als „TIMING“ beschreiben.

 Ein so detailliertes Vorgehen ist sehr wirksam, da auf diese Weise der Trainingseffekt noch verbessert werden kann, sowohl die Wirksamkeit jeder einzelnen Übung als auch die der Trainingssitzungen. In der Sportmedizin sind derlei Methoden geläufig, in der Therapie, beispielsweise der MFT beginnen sie sich durchzusetzen, seit die Forderung nach interdisziplinärer Zusammenarbeit intensiviert wird.  

Dies macht es erforderlich, dass man mit den existierenden Übungen und deren Inhalt bestens vertraut ist, um zu vermeiden, dass der Behandlungserfolg vom reinen Zufall abhängt, was der klassischen „Aus-dem-Bauch.Methode“ entsprechen würde.

Für Kollegen, die mehr zu den „pingeligen“ Methoden eines Vorgehens auf wissenschaftlicher Grundlage neigen will ich alle (meiner Meinung nach) relevanten Variablen im Folgenden und im Kapitel TIMING.

Es ist nicht meine Forderung, alle von mir beschriebenen Methoden stets komplett anzuwenden. Ich bin aber bemüht, alle Massnahmen, die ich mir während meiner Praxiszeit angeeignet habe möglichst vollständig zu beschreiben. Es muss dem einzelnen Kollegen für jeden individuellen Fall überlassen bleiben, über den adaequaten Behandlungsmodus zu entscheiden.

Nächster Punkt zu unserem TIMING:

Man macht sich vor Behandlungsbeginn (nach einer sehr präzisen Diagnose – siehe DIAGNOSTISCHE ÜBUNGEN ) - einen Therapieplan. Da wir aber kein Uhrwerk zu reparieren haben, wird so ein Plan nie während oder am Ende der Behandlung noch so aussehen, wie zu Beginn oder gar, wie wir ihn initiiert hatten. Der Therapeut muss häufig während der Arbeit anpassen und umdenken, um den individuellen Belangen des Krankheitsbildes nachkommen zu können oder die positive oder negative Entwicklung zu berücksichtigen.

Eine Therapieplanung verändern, ja, ohne Planung in medias res, nein.

Wir werden uns also, nicht selten auf Verlangen des Patienten (Heil- und Kostenplanung), zunächst die

=Zeitspanne der Gesamtbehandlung in Wochen/Monaten zu bestimmen versuchen, dann die

=Häufigkeit der Sitzungen – in der Praxis unter Anleitung des Therapeuten,

    daheim und gegebenenfalls unter Kontrolle durch das Umfeld –

   - wir werden überlegen müssen, wie lange wir den Patienten

=pro Sitzung zeitlich beanspruchen können. Dies kann sich im Laufe der Therapie ändern. Dann braucht es in der Sitzung eine Programmierung auf

=aktive und rekreative Phasen, Trainingsarbeit / Ruhepausen. Die Ruhepausen mögen ausgefüllt sein mit einem mentalen Training.

Um die aktiven Phasen sollen wir uns nun näher kümmern; welche Möglichkeiten habe ich zur Verfügung? (Link TIMING-SCHEMA)

weiter mit "Grundregeln eines Ablaufkonzeptes" :